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Das wunder Mensch


Wer meinen Beitrag über den Kinderwunsch gelesen hat, der weiß wie sehr ich, wie sehr wir uns ein Baby gewünscht haben. 

Ich hatte mich davor nie so wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt aber ich hab mir einfach Ovulationstests aus dem Internet bestellt und zwei Monate nach meinem Krankenhausaufenthalt hab ich angefangen meinen Eisprung zu dokumentieren. 
Nach dem ersten Versuch hab ich negativ getestet und ich hatte wirklich Angst das unser Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Was vielleicht nach dem ersten Zyklus etwas zu dramatisch von mir war. 

Am 20. November 2017 hab ich wieder negativ getestet, dabei war ich mir so sicher das es diesmal geklappt hatte. Ich schickte meiner Mama ein Foto von dem Test ob sie nicht vielleicht eine zweite Linie erahnen könnte, aber auch sie fand den Test negativ. Das gleiche Spiel machten wir die zwei nächsten Tage auch und meine Mama sagte das wir es einfach im nächsten Monat noch mal probieren sollen. Trotzdem machte ich am 23. November noch einen Test und siehe da, positiv! 

Am nächsten Tag bin ich während meiner Pause von der Arbeit gleich zur Apotheke gelaufen und hab mir einen digitalen Test gekauft. Natürlich konnte ich nicht warten bis ich zuhause war und hab noch in der Firma getestet. 

Ich konnte unser Glück gar nicht fassen aber im gleichen Moment packte mich unbändige Angst. Was, wenn was passiert? Was, wenn auch dieses Baby nicht für uns bestimmt ist?

Ich weiß leider nicht mehr wann ich den ersten Termin bei meiner Frauenärztin hatte, aber sie schickte mich damals gleich zur Blutabnahme um den hcg Wert testen zu lassen, ob er steigt oder nicht. Spaß war das keiner. Die ganze Zeit sitzt einem die Angst im Nacken. 

Doch der hcg Wert stieg. Das Baby wuchs und mir war wieder unglaublich schlecht. Jeder Tag war eine Qual. Arbeiten war fast unmöglich. Ich befragte das Internet mehrmals am Tag wann die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt sinkt und auch sonst konnte ich mich wunderbar selbst wahnsinnig machen. 

Die Hoffnung das die Übelkeit nach der 12. Woche verschwindet hab ich in der 14. Wochen endgültig aufgegeben. Aber ich sah es als positives Zeichen das mit dem Baby alles in Ordnung ist. 

Ich durfte öfters zu meiner Ärztin und konnte sehen dass der kleine Keks wächst und ab der 16. Woche wurde ich aufgrund einer OP an der Gebärmutter vor ein paar Jahren, in Frühkarenz geschickt. 

Ziemlich genau zwei Wochen nachdem ich zuhause bleiben konnte hörte endlich die Übelkeit auf und ich konnte die Schwangerschaft tatsächlich das erste mal ein bisschen genießen. 

Der Termin zum Organscreening war absolut faszinierend. Mein Mann konnte damals dabei sein und das erste Mal den kleinen Bauchbewohner bewundern. 
Über das Geschlecht hatten wir uns vorab natürlich Gedanken gemacht, vor allem weil meine Frauenärztin eine Tendenz ausgesprochen hatte aber im Grunde wars uns egal. 
Als uns die Ärztin dann beim Screening gefragt hat ob wir wissen möchten was es wird waren wir unglaublich aufgeregt. 
In dem Moment als sie uns sagte das wir einen kleinen Buben bekommen hab ich mich so sehr gefreut das mir die Tränen gekommen sind. Ich hab mir insgeheim immer einen Buben gewünscht und das ich jetzt tatsächlich einen gesunden Bub unterm Herzen trage war das schönste was ich mir vorstellen konnte. 

Ich muss ehrlich zugeben, ich war nicht gerne Schwanger. Neben der stetigen Angst das irgendwas mit dem kleinen Buben nicht stimmt, hatte ich einfach immer irgendwelche Wehwehchen und gegen Ende hatte ich so viel zugenommen das ich mich wie ein wandelndes Walross fühlte. 

Je näher der ET Termin rückte desto unruhiger wurde ich aus Angst vor der Geburt. Ich fühlte mich von meinem Hebammenteam schlecht begleitet und die Hoffnung das die Ärztin, die ich gerne bei der Geburt dabei gehabt hätte schwand, da der ET genau in ihren Urlaub fiel. 

Das sich der Bub zeit lassen wird hatte ich schon länger im Gefühl und als der ET dann endlich da war und ich keine Anzeichen von Wehen hatte, war mir endgültig klar das der Bub kein Julibaby wird. 

Eine Woche nach ET hatte ich einen CTG Termin bei einer meiner Hebammen und da zeichnete sie das erste mal Wehen auf. 
Nicht das ich stark etwas gespürt hätte, aber ich sah sie schwarz auf weiß. Sie meinte dann, wenn wir wollen könnten wir gleich in der Klinik bleiben denn sie geht davon aus der Bub heute noch kommt. 

Also ist mein Mann nachhause gefahren und hat die Kliniktasche geholt und ich bin in der Zwischenzeit in den Kreißsaal gewechselt und wurde an einen Wehentropf angeschlossen. 
Ein paar Stunden später bekam ich dann meine gewünschte pda, aber wirklich was weiter ging nicht. 

Da ich keinen ausführlichen Geburtsbericht schreiben möchte spring ich jetzt zu dem Zeitpunkt als ich den Kleinen nach 12 Stunden im Kreißsaal endlich auf die Brust gelegt bekommen hab. 

Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Es ist so unglaublich nach 9 Monaten endlich dieses kleine Wesen zu sehen und anfassen zu können. Leider hatte er nicht den Start ins Leben den ich ihm gewünscht hätte, aber er hatte seinen Papa jede Minute an seiner Seite und als ich endlich aus dem Kreißsaal raus konnte und wir mit dem Bub in unser Zimmer konnten war das Glück einfach nur perfekt. 

Der Bub war ein unfassbar ruhiges, braves Baby und hat uns den Start ins Eltern sein recht leicht gemacht. 

Mittlerweile ist der kleine Keks kein Baby mehr sondern ein lustiger, frecher, einfühlsamer, wunderbarer Bub ohne den ich mir ein Leben nicht mehr vorstellen kann. So viel wir auch miteinander streiten am Ende vom Tag, wenn wir gemeinsam kuscheln können wir uns unserer Liebe sehr sicher sein und alleine für das Gefühl hat sich alles gelohnt. 

2018

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